301 “Redirect” – Suchmaschinenfreundliche Weiterleitung

Aus gegebenen Anlass möchte ich dir heute gerne zeigen, wie man Webseiten und sogar ganze Domains automatisch, dauerhaft und dazu noch suchmaschinenfreundlich auf eine andere URL weiterleiten kann, ohne dass der Besucher etwas davon mit bekommt.

Ich stand nämlich erst kürzlich vor dem Problem, das ich bei dem Relaunch meiner privaten Homepage nicht nur das Design, sondern auch meine komplette Linkstruktur geändert habe.

Um den ganzen Suchmaschinen Google&Co. mitzuteilen, dass bestimmte meiner Webseiten ab sofort über eine andere URL erreichbar sind, habe ich mich im Internet nach einer passenden Möglichkeit umgesehen.

Auf der Webseite von Michael Jendryschik wurde ich fündig. Michael hat sich mit dem Thema “automatische Weiterleitung” beschäftigt und einen tollen Artikel darüber geschrieben. An dieser Stelle noch mal vielen Dank.

Wann benötigt man überhaupt eine automatische Weiterleitung?

Stelle dir mal Folgendes vor: Du schreibst einen tollen Artikel, der auch im Index diverser Suchmaschinen, etwa Google zu finden ist und auf den bereits in einigen Webseiten hingewiesen (verlinkt) wird. Jetzt passiert vielleicht das, was jeden von uns einmal betreffen kann, nämlich, dass du etwa bei einem Domainumzug plötzlich eine komplett neue Internetadresse nutzt, oder dass sich die URL einer, oder mehrerer deiner Webseiten geändert hat, weil du etwa (so wie ich) eine neue Linkstruktur in deine Webseite integriert hast.

Um die Menschen, die deine Webseite bereits als Favoriten (Bookmarks) in ihren Browsern abgespeichert haben und allen anderen Besuchern, die von fremden Webseiten kommen, auf denen deine Webseite verlinkt ist, nicht ins Leere laufen zu lassen und um außerdem den Suchmaschinen mitzuteilen, dass es für die Webseite eine neue URL gibt, kann man die Möglichkeit der automatischen Weiterleitung Nutzen.

Was gibt es für Weiterleitungsarten?

Im Prinzip gibt es zwei Arten von automatischen Weiterleitungen, nämlich die HTTP-Weiterleitung und die Client-Weiterleitung. Serverbasierende Weiterleitungen wie z.B. die HTTP-Weiterleitung sind nach Möglichkeit immer einer clientbasierenden Weiterleitung vorzuziehen. Warum das so ist, erfährst du weiter unten im Artikel.

Wodurch unterscheidet sich die HTTP-Weiterleitung von der Client-Weiterleitung?

HTTP-Weiterleitungen:

Das sind Weiterleitungen (oft auch Server-Weiterleitung genannt), die von jedem HTTP-Client (Browser als auch Suchmaschinen-Crawler) gelesen werden können und die im “HTTP-Protokoll” definiert werden. Es gibt hierbei zwei verschiedene Arten der HTTP-Weiterleitung, die sich im übergebenen Statuscode unterscheiden. Zum einen wäre das der Code 301 (Moved Permanently) und zum anderen der Code 302 (Moved Temporarily).

  • Code 301 (Moved Permanently):
    Der Code 301 (permanente Weiterleitung) signalisiert dem Client und den Suchmaschinen, dass sich die URL der Webseite geändert hat und dass zukünftig immer die neue URL angefordert bzw. verwendet werden soll. Das hat zur Folge, dass Suchmaschinen die alte URL irgendwann mit der neuen URL ersetzen werden und es somit nicht zu dem gefürchteten “Duplikate Content” (doppelter Inhalt) kommt. Ein weiterer positiver und sehr wichtiger Effekt ist der, dass der PageRank einer Webseite durch diese Weiterleitung übernommen wird.
  • Code 302 (Moved Temporarily):
    Beim Code 302 (vorübergehende Weiterleitung) hingegen bleibt die alte URL weiterhin gültig und ist somit auch weiterhin im Index der Suchmaschinen zu finden. Code 302 bedeutet nichts anderes, als dass die angeforderten Daten vorübergehend zu einer anderen URL verschoben wurden. Ein gravierender Nachteil dieser Weiterleitungsmethode ist der, dass bei einer 302-Weiterleitung immer die mögliche Gefahr besteht, von “URL-Hijacking” (also die Entführung der Domain aus dem Index diverser Suchmaschinen) betroffen zu werden.

Client-Weiterleitungen:

Client-Weiterleitungen sind eher problematisch, denn sie werden häufig als Spam-Methoden verwendet und Suchmaschinen sehen so eine Weiterleitung grundsätzlich nicht gerne. Des Weiteren funktionieren Client-Weiterleitungen auch nur dann, wenn der Client (z.B. der Browser) in der Lage ist, die Weiterleitungsanweisung zu interpretieren. Andernfalls führt der Client die Weiterleitung erst gar nicht aus und dem Besucher oder Suchmaschinen-Crawler bleibt die Seite verschlossen.

So ein Fall tritt ein, wenn etwa eine “Javascript-Weiterleitung” in die Webseite integriert wird. Hat der Besucher dieser Webseite in seinem Browser die Javascript-Funktion deaktiviert, kann dessen Client die automatische Weiterleitung nicht lesen und somit auch nicht ausführen!

Suchmaschinenfreundliche Weiterleitungen sind:

PHP:

Weiterleitung einer Domain, Datei oder einer Unterseite:

<?php
header(“HTTP/1.1 301 Moved Permanently”);
header(“Location: http://www.DEINE-DOMAIN/DEINE-SEITE.html’);
exit;
?>

.htaccess:

Diese Art der Weiterleitung wird sehr häufig verwendet. Um eine “.htaccess-Datei” auf einem Webserver erstellen und speichern zu können, benötigt man Zugriff auf das Root-Verzeichnis. Des Weiteren muss der Webserver das Apache-Modul: “mod_rewrite” (von englisch mod, “Modul” und rewrite, “umschreiben”) unterstützen.

Weiterleitung einer Unterseite:

Redirect permanent /ALTE-SEITE.html http://www.DEINE-DOMAIN/NEUE-SEITE.html

Weiterleitung einer Webseite zusammen mit allen Unterseiten auf eine andere Domain:

RewriteCond %{HTTP_HOST} ^ALTE-DOMAIN.tld$ [NC]
RewriteRule ^(.*)$ http://NEUE-DOMAIN.tld/$1 [R=301,L]

Suchmaschinenunfreundliche Weiterleitungen sind:

Meta-Refresh-Tag (Client-Weiterleitung):

“content=”0;” gibt dabei die Verzögerung in Sekunden an, ehe die neue Seite geladen wird.

<meta http-equiv=”Refresh” content=”0; URL=http://www.DEINE-DOMAIN.tld/”>

Javascript (Client-Weiterleitung):

Wie oben schon erwähnt, ist eine Weiterleitung mittels Javascript wirkungslos, sollte ein Besucher Javascript in seinem Browser deaktiviert haben!

<script language=”javascript” type=”text/javascript”>
<! -
window.location = “http://www.DEINE-DOMAIN/DEINE-SEITE.html”
//–>
</ Script>

Artikel-Infobox:



10 Kommentare zu “301 “Redirect” – Suchmaschinenfreundliche Weiterleitung”

  1. In der SEO-Szene geht man mittlerweile davon aus, dass der PageRank durch eine 301er Umleitung nicht zu 100% weitergegeben wird. Matt Cutts (Google) hatte sich dahingehend mal entsprechend geäußert. Aber die 301 ist das Beste, was wir haben. Grundsätzlich sollte man versuchen so wenig wie möglich umleiten zu müssen, was entsprechende Planung voraussetzt.

    Typische Fälle wo man oft nicht um eine 301 herumkommt ist die Neuerstellung einer Site, der Wechsel des Shop- / CMS-Systems, etc.; besonders, wenn im vorigen System nicht groß Wert auf SEO gelegt wurde. Das wiederum ist sehr häufig der Fall, weil viele Webdesigner nur wenig SEO-Kenntnis haben und das Projekt eben hauptsächlich aus der visuellen Sichtweise heraus betrachten. Viel zu selten wir direkt in der Planungsphase ein SEO hinzugezogen.

    • Joachim sagt:

      Hi Alexander,

      vielen Dank für deinen Kommentar und den Hinweis mit der PageRank-Vererbung bei einer 301-Umleitung.
      Hast du vielleicht spontan eine Quelle (Link) parat, wo ich das genauer nachlesen könnte? Das wäre supernett.

  2. [...] PHP Redirect 301 301 “Redirect” – Suchmaschinenfreundliche Weiterleitung [...]

  3. Martin sagt:

    Wie viele Arbeitsstunden dauert denn ca. die Einrichtung der Weiterleigungen für einen Onlineshop mit 300 Artikeln und ca. 20 Kateforien??

    • Joachim sagt:

      Hallo Martin,

      verstehe ich es richtig, dass du für jeden einzelnen deiner insgesamt 300 Artikel eine Weiterleitung per .htaccess einrichten möchtest? Warum leitest du nicht einfach deine ganze Domain (Hauptdomain) auf die neue URL weiter? Wenn du es so machst, dauert es nur eine Minute.

      Benutze dafür folgenden Code und setze ihn in deine .htaccess-Datei ein:

      RewriteCond %{HTTP_HOST} ^ALTE-DOMAIN.tld$ [NC]
      RewriteRule ^(.*)$ http://NEUE-DOMAIN.tld/$1 [R=301,L]

  4. Vllt. weil es nicht immer um einen Dominwechsel unter Beibehaltung des Systems geht und es daher mit einer reinen Umleitug auf eine neue Domain nicht getan ist?
    Wenn sich zeitgleich auch das Shopsystem ändert, hast du eben auch komplett andere URLs, nicht nur Domains. Dann ist ein Umschreiben jeder einzelnen URL angesagt.

  5. der loki sagt:

    High,

    vielen Lieben Dank. Genau das Thema kommt gerade auf mich zu und überall wo ich bis jetzt gelesen habe hieß es ganz einfach: “Da schreibt man einfach ein Redirect 301“. Supi doch was genau ist das – mag sich da der verdutzte Leser fragen und ich fragte mich …

    Jetzt is mir dieser Vorgang endlich klar und ich kann schon mal mit den Vorbereitungen beginnen, ohne dass ich ein schlechtes Gewissen in Bezug auf SEO und mein Google Ranking haben muss.

    Dafür ganz viel Danke &

    lg. aus Delmenhorst

  6. Michael sagt:

    und wieder was gelernt. Vielen Dank für die ausführliche Anleitung. Werde das bei uns im Blog mal versuchen. Klingt ja nicht super kompliziert (dank der Anleitung).

  7. rolfi sagt:

    hallo herr nadolny,

    vielen dank für die tolle anleitung, falls ich mal das brauche kann ich ja mich dann an ihrem blog wenden. das mit den javascript weiterleitungen wusste ich auch noch nicht, sie scheinen ja ein echter spezialist auf diesem gebiet zu sein.

    viele grüße aus dem schönen linz!

    rolf

  8. Chris sagt:

    Hallo vielen Dank für die tolle Aufstellung sowie der Anleitung.

    Ich halte Weiterleitungen auf Websites äußerst wichtig, da sonst Suchmaschinen in Sackgassen gearten und diese mögen sie überhaupt nicht. Deshalb sollte jede Seite eine Weiterleitung einbringen, wo man den Suchmaschinen sagt, das momentan an der Seite gearbeitet wird.

    Chris

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