Kuh mit Loch im Bauch: Wissenschaftler kennen keine Grenzen!

Vor 2 Tagen habe ich bei Galileo auf Pro7, einen kuriosen Fernsehbericht gesehen, bei dem es um eine Kuh ging, die ein Loch im Bauch hat.

Ich dachte ich sehe nicht recht. Es gibt sie aber tatsächlich: Kühe mit einem Loch im Bauch. Wie kommt das Loch in die Kuh und vor allem, wozu wird es verwendet? So viel kann ich vorweg schon schreiben: Es geht um einen Tierversuch, bei dem einer Kuh ein Loch in den Bauch geschnitten wird, um ihren Magen und dessen Inhalt mit ein paar Handgriffen untersuchen zu können.

Vorgeschichte:
Es geht wieder einmal um den Klimawandel. Wie viele bestimmt wissen, machen unsere Politiker und natürlich auch die Wissenschaftler verschiedene schädliche Gase für die Klimaerwärmung verantwortlich. Zu den schädlichen Gasen gehört nicht nur der Klimakiller Nummer 1: Kohlendioxid, nein, auch andere schädliche Gase, wie zum Beispiel: Methan tragen zur Erwärmung unseres Planeten bei.

Wir erinnern uns: Ca. 70 % der Methanemission unserer Erde ist auf die Aktivitäten der Menschen zurückzuführen. Bei der Landwirtschaft und der Tierhaltung wird Methan produziert. Etwa 39 % dieser Emissionen gehen auf die Rinderhaltung zurück.

Eine Kuh rülpst:
Eine Kuh rülpst alle paar Minuten. Dabei entweicht Methan, das durch den mikrobiellen Abbau (auch Fermentation genannt) im Magen einer Kuh erzeugt wird. Dies ist ein ganz natürlicher Vorgang und für das Rind lebensnotwendig.

Um den durch die Fermentation eines Rindes entstandenen Gasen entgegenzuwirken, sind teilweise etwas unkonventionelle Maßnahmen gefragt. Eine dieser Maßnahmen besteht darin, die Fütterung des Rindes so anzupassen, dass in seinem Magen weniger Methan entsteht. Denn bis zu 100 Kilogramm Methan kann ein Rind im Jahr rülpsend ausstoßen. Um dem entgegenzuwirken, arbeiten an der Universität Hohenheim in Stuttgart derzeit Wissenschaftler an einer Pille, die die Methangas-Produktion bei Rindern verringern soll. Und da kommt das Loch ins Spiel!

Warum hat nun das Rind ein Loch im Bauch?
Diese Frage ist ganz schnell und einfach erklärt. Wie oben schon beschrieben, wollen Wissenschaftler an der Universität Hohenheim in Stuttgart versuchen, den Methanausstoß eines Rindes zu reduzieren. Dafür verwenden sie unter anderem sogenannte “Tannine“, die sie dem Rind ins Futter mischen. Dadurch lässt sich die Menge an Methangasen einer Kuh um bis zu 20% reduzieren. Leider verweigert die Kuh das mit Tanninen angereicherte Futter, da dieses “Wundermittel” anscheinend sehr bitter schmeckt. Und genau aus diesem Grund schneiden die Wissenschaftler den Rindern ein großes Loch in den Bauch, durch das sie anschließend ein Säckchen -vollgefüllt mit Tanninen- direkt in den Magen der Kuh stopfen können. Des Weiteren können die Wissenschaftler direkt in den vollen Magen der Kuh sehen und somit den Verdauungsvorgang genaustens beobachten. Durch das Loch im Bauch der Kuh können aber auch mit einem Handgriff Futterproben genommen werden, um diese anschließend auszuwerten.

Ist das Loch für die Kuh nicht gefährlich?
Laut Aussage eines Wissenschaftlers in dem Film soll das (unter Narkose einoperierte) Loch für die Kuh nicht weiter störend sein. Zitat: “Vergleichen kann man es mit dem Anlegen eines Ohrsteckers bei uns Menschen“. Ich persönlich finde diese Bemerkung unter aller Kanone. Wie kann man ein Ohrloch, mit einem riesengroßen Loch im Bauch und im Magen einer Kuh vergleichen? Das ist mir bis dato absolut unverständlich geblieben.


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3 Kommentare zu “Kuh mit Loch im Bauch: Wissenschaftler kennen keine Grenzen!”

  1. Brenke sagt:

    Ich bin vollkommen schockiert über die Tierverachtung. Eine KUh ist ein Lebewesen und kein Gegenstand. Das Problem ist die Überbevölkerung und es sollte nicht soviel Fleisch gegessen werden. Außerdem können solche Sache am Computer getestet werden aber es gibt manchen Forschern den gewissen Reiz der Perversität.
    Fürchterlich diese Missachtung einem Lebewesen gegenüber. Es darf nicht alles gemacht werden was machbar erscheint.

    • Hans sagt:

      @Brenke: Nein, das kann nicht am Computer getestet werden. Völliger Unsinn! (Ich bin Informatiker) Was soll denn am Computer getestet werden? Soll ich den kompletten Verdauungsapparat einer Kuh auf dem Rechner simulieren? Dafür bräuchte man dutzende bis hunderte Entwickler und Wissenschaftler aus allen möglichen Bereichen und hunderte Millionen an Geldern. Außerdem glaube ich, ist es momentan nicht möglich derartig komplexe chemische Abläufe (auch noch ohne echte Referenzwerte (aus beschriebenen Tests)) zu erstellen! Selbst wenn ich zu 110% weiß wie ein Kuhmagen chemisch und mechanisch verdaut und weiß woher das Methan kommt, weiß ich noch lange nicht wie die Tannine auf den Prozess einwirken – solange ich nicht auf Molekül oder gar Atomebene simuliere. Dazu braucht es einen riesen Supercomputer und wie gesagt dutzende bis hunderte Wissenschaftler – und die haben bestimmt alle was besseres zutun. Nicht vergessen, dass der Computer ein dummes stück Elektronik ist, dass nichts kann! Alles muss vorher von Menschen programmiert werden – auch ein Kuhmagen.

  2. Kristin sagt:

    Also ich habe mir das Thema für meine Argumentation in deutsch in meiner zweiten Lehre ausgewählt. Sehr gut beschrieben. Habe auch die Folge bei Galileo gesehen. Mal schauen ob es der Klasse u Lehrerin gefällt der Vortrag.

    Danke für die Infos

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